Auffangbecken unter Wasser

Von Greta Aigner

Unterwasserrugby

Kopfsprung in die dritte Dimension: Beim Unterwasserrugby ist der fliegende Wechsel in der Leistungsspitze Alltag.

Ausgeträumt. Eine schwere Verletzung, eine leistungsschwache Saison oder ein unerwarteter Trainerwechsel beenden manchmal früh Sportkarrieren. Alternativen zur Profiliga gibt es für betroffene Talente selten. Mit der sogenannten „Perspektivmannschaft“  scheint die Randsportart Unterwasserrugby diese Nachfragelücke zu schließen:  Statt früher Talentauslese wird auf langfristige Sichtung und Betreuung gesetzt. Die Perspektivmannschaft ist ein großes Sammelbecken für Spieler, die sich auf einem Leistungsniveau zwischen zwei Kadern bewegen. Ehemalige Junioren, die beispielsweise nicht direkt für die Herrennationalmannschaft gesichtet wurden, nutzen die Übergangsphase als einen weiteren Weg des Aufstiegs. Ein Konzept, das laut Torsten Stanschus schon längst überfällig ist:

YYY Mit dem „Zwischen-Kader“ werden Ziele verfolgt, die hauptsächlich auf den Erhalt der sportlichen Begabung ausgelegt sind. Zum einen soll das ausbaufähige Potenzial der jungen Talente in der eigenen Nachwuchsförderung bleiben. Besonders die permanente Sichtung und der weitere  Trainingsraum auf hohem Niveau sind attraktiv für die jungen Spieler. Zum anderen versucht man ein leistungsstarkes Pendant und somit einen ebenbürtigen Trainingspartner zur Herrennationalmannschaft aufzubauen – eine Herausforderung, die eine weitreichende Rekrutierung verlangt.

Mannschaftsbild

In der Perspektivmannschaft zählt der Zusammenhalt statt die Einzelleistung.

YYY Neben Quereinsteigern umfasst die Perspektivmannschaft auch „status-freie“ Spieler. Diese möchten die Sportart zwar auf einem hohen Leistungsniveau ausüben, haben jedoch kein Interesse an einer nationalen Kadernominierung. Die Spezialisierung innerhalb des Teams erschweren das Gefühl einer Zusammengehörigkeit. Auch der Aufstiegsdruck jedes Einzelnen lässt eine starke Konkurrenzsituation unter den Spielern erahnen. Ist ein Teamsport in dieser Konstellation überhaupt noch möglich?

XXXXX Trotz des leistungsorientierten Hintergrundes scheint das Konzept der Perspektive beim Unterwasserrugby gut zu funktionieren. Die Möglichkeit der zweiten Chance verdrängt die Aussichtslosigkeit bei einem Fehltritt auf der Karriereleiter – diese Absicherung ist besonders für die jungen Spieler wichtig. Das Prinzip des „Auffangens“ könnte auch für Ballsportarten über Wasser Vorbild sein.

Unterwasserrugby ist ein Sport, den in Bamberg lauter Brüderpaare spielen

Von Marei Adam